Letzte Woche hatten neben vielen anderen Gruppen und Organisationen sowie den beiden Stadtkirchen auch wir Dossenheimer Grünen zur Demonstration für Demokratie und Menschenwürde aufgerufen – unter dem Motto „Ihr seid nicht allein!“ als Ermutigung für alle, die sich in Ostdeutschland, aber eben auch hier gegen die aktuellen Angriffe auf unsere Verfassungsordnung engagieren. Trotz der kurzen Mobilisierungszeit von nur wenigen Tagen zogen 7500 Menschen von der Stadtbücherei bis zum Uniplatz, darunter auch viele aus Dossenheim. Neu an dem Format war, dass die Teilnehmenden aufgerufen wurden, sich auszutauschen und zu vernetzen, und weniger die „großen Reden“ im Vordergrund standen. Laut Polizei war die Veranstaltung „durchgehend friedlich und störungsfrei“ (RNZ vom 14.9.) und ein wirklich ermutigender Impuls, sich in der kommenden Zeit aktiv für unsere demokratische Ordnung und ein vielfältiges Deutschland (und für uns insbesondere auch eine bunte Bergstraße) einzusetzen.


Vor der Wahl hatten unser Orts- und Kreisverband unsere Schwester-Gruppe in der Weinheimer Partnerstadt Eisleben aktiv unterstützt, u. a. durch einen „Wahlkampf-Urlaub“ zum Erfahrungsaustausch und zur Unterstützung beim Haustürwahlkampf. Die Begegnungen dabei waren sehr interessant. Es gab vor der Wahl regelmäßige Demonstrationen „Eisleben bleibt bunt“ und an den Haustüren oft positives Feedback. Anfeindungen, zum Teil auch gewalttätige, wie sie bei der Demonstration in Heidelberg Aktive aus anderen ostdeutschen Städten berichtet haben, scheinen in Eisleben seltener vorzukommen. Trotzdem ist die Arbeit in einem kleinen Kreisverband mit relativ wenigen, zum Teil erst seit Kurzem aktiven Menschen nicht einfach. Und auch die Infrastruktur, etwa beim öffentlichen Verkehr, macht es deutlich schwieriger als bei uns, Alltag und (politische) Aktivitäten nachhaltig zu gestalten. Unser Fazit: Beide Seiten können viel voneinander lernen, wir wollen und müssen Austausch und Partnerschaft ausbauen.
