Vergangene Woche hatten wir zu unserer Mitgliederversammlung im gut besuchten Kleinen Haus die beiden aktuellen Kandidaten für die Bürgermeister-Wahl im Januar zu Gast– Bürgermeister David Faulhaber (CDU) und Justus Heine von der Linken. Nachdem Anette Weiß für den Vorstand alle Anwesenden begrüßt hatte, übernahm Peter Wilhelm die Gesprächsleitung. Beide Kandidaten erhielten nacheinander je 45 min Zeit, sich und das eigene Programm für die nächsten acht Jahre vorzustellen, zuerst Justus Heine, dann David Faulhaber. Zu Beginn fasste Matthias Delbrück jeweils die vier Kernpositionen unseres Ortsverbands zusammen, die wir in unseren letzten grünen Sitzungen gemeinsam erarbeitet hatten:
- Klima- und Naturschutz: Wir müssen sowohl Klimaschutz als auch Natur- und Artenschutz in Dossenheim weiter voranbringen. Konkret möchten wir Windkraft und Solarenergie so naturverträglich wie möglich weiter ausbauen, mit lokaler Wertschöpfung und Re-Investieren der Erträge für Klima und Natur. Innerorts brauchen wir Nachhaltigkeit und Artenschutz bei der Pflege des vorhandenen Grüns.
- Nachhaltiger Verkehr und Infrastruktur: Wir möchten, dass sich alle sicher und barriere- und emissionsarm fortbewegen können, das heißt genügend Raum für Fußgänger·innen und Radfahrer·innen und Elektrifizierung der motorisierten Fortbewegung. Mobilität ist für uns auch ein soziales Thema: Wir brauchen einen Mix aus individuellen, gemieteten und gemeinschaftlichen Formen.
- Digitale Souveränität und Sicherheit: Solange keine Sicherheitsbedenken dagegensprechen, sollten Daten der Verwaltung barrierearm zugänglich sein. Die IT-Systeme im Rathaus müssen – so weit es geht – unabhängig werden und robust gegenüber direkten Angriffen und Einflussnahme von außen.
- Wohnen und Soziales: Wir brauchen mehr inklusiven und preiswerten Wohnraum. Dabei muss vieles abgewogen werden, aber auf jeden Fall fehlt Wohnraum für junge Familien und Senior·innen. Dafür müssen Bebauungspläne die ökologischen und sozialen Folgen von Bebauung steuern, mit Gemeindeeigentum können wir selbst langfristig gestalten. Soziale Unterstützung muss bei knappen Kassen gezielt dort wirken, wo sie benötigt wird. Unsere Idee eines Dossenheim-Passes ist noch nicht vom Tisch.
Beide Kandidaten zeigten sich sehr offen für unsere Themen und machten zum Teil bereits detaillierte Umsetzungsvorschläge. In der anschließenden internen Diskussion ging es dementsprechend sowohl um das Durchsetzen unserer Inhalte als auch um strategische Aspekte. Wir werden die Gespräche mit Mitgliedern und Unterstützer·innen in den nächsten vier Wochen fortsetzen und bei unserer Jahreshauptversammlung am Freitag, 06.11.2026 im Rathaus zum Abschluss bringen.

