Wir haben es alle in den Nachrichten oder im Netz gesehen: Diesen Sommer gab es wesentlich mehr und verheerendere Waldbrände in Deutschland und Europa als bisher üblich. In Baden-Württemberg wurden 2026 bis Anfang September 53 Hektar Wald durch Feuer zerstört, das ist dreimal so viel wie 2023 bis 2025 zusammen. Der Grund ist klar – ein überdurchschnittlich heißer und Rekord-trockener Sommer haben sowohl für sehr viel leicht entflammbare vertrocknete Vegetation als auch für natürliche Zündfunken gesorgt (von fahrlässig oder absichtlich gelegten Bränden ganz abgesehen). Waldbrände sind nicht die einzige, aber eine besonders augenfällige Folge der Klimakrise und man wird jetzt und in Zukunft auch bei uns von einer „Brandsaison“ sprechen müssen wie in Nordamerika oder Australien.

Doch die Bilder aus Nordspanien, Frankreich oder der Eifel sind das eine, konkrete Zahlen von unserer eigenen Gemarkung in Dossenheim sind noch etwas anderes. Wir wissen, dass die Dossenheimer Feuerwehr gut für Wald- und Vegetationsbrände ausgebildet und aufgestellt ist, 2022 wurde sie deswegen zur überörtlichen Bekämpfung eines brennenden Waldes auf munitionsbelasteter Fläche im Landkreis Darmstadt-Dieburg hinzugezogen. Aber wie ist die Entwicklung bei uns konkret verlaufen? Wir Grünen haben dazu eine Anfrage an Gemeindeverwaltung und Feuerwehr gestellt, auf die wir bei der letzten Gemeinderatssitzung viele Antworten erhalten haben. Tatsächlich gab es auch bei uns in diesem Jahr bis September mit 13 Vegetationsbränden fast so viele wie 2023 bis 2025 zusammen, übers Jahr dürfte der prozentuale Anteil der Vegetationsbrand-Einsätze mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnitt der letzten 15 Jahre ausfallen. Diese Einsätze waren alle auf offenen Flächen „im Feld“ und nicht in unserem Wald und das Feuer konnte immer unter Kontrolle gebracht werden. Darüber hinaus musste unsere Feuerwehr bei dem Vegetations-Großbrand auf der Friesenheimer Insel Ende Juli in Mannheim zur Unterstützung ausrücken, dem größten Brand dieser Art in Mannheim seit den 1970er Jahren.
In ihrem Bericht weist unsere Feuerwehr auch darauf hin, dass sie durch vermehrte Wachsamkeit der Bevölkerung häufiger alarmiert wird, wenn es im Feld „brenzlig“ aussieht. Die vermehrten Einsätze lägen demnach nicht nur an der erhöhten Brandgefahr, sondern auch an der größeren Sensibilisierung durch örtliche Aufklärungsmaßnahmen. Ist also alles doch gar nicht so schlimm? Nein. Bessere Aufmerksamkeit und mehr Umsicht beim Laubverbrennen oder Grillen sind wichtig und wir können froh darüber sein (und über die gute Arbeit unserer Feuerwehr erst recht). Aber die erhöhte sommerliche Brandgefahr ist real und wird sich in den kommenden Jahren und Jahrzehnten allen wissenschaftlichen Prognosen gemäß noch weiter verschärfen. Bevölkerung und Feuerwehr müssen präsent sein und bleiben, aber vor allem müssen wir die Klimakrise eindämmen. Das wird nur mittelfristig möglich sein, aber wenn wir nicht ab sofort handeln, wird es überhaupt nicht gelingen.