Unsere mittlerweile schon fünfte Grüne Wanderung war wirklich ein Spaziergang: Trotz Brückenwochenende kamen fast 20 Mitspazierer·innen, das Wetter drehte im letzten Moment von kaltem Niesel auf herrliche Abendsonne und mit unserer Bundestagsageordneten und Co-Bundesvorsitzenden Franziska Brantner hatten wir einen engagierten, bestens informierten und garten-affinen »Gaststar« dabei.

Neben vielen Einzelgesprächen haben wir an zwei Stellen Halt für inhaltliche Impulse gemacht: Zunächst an einem alten Windkraftgegner-Plakat mit viel zu groß und zahlreich dargestellten Windrädern, wo wir einerseits über unseren erfolgreichen und parteiübergreifenden Wahlkampf bei der Abstimmung zum Bürgerbegehren im November und andererseits über den aktuellen Stand des Verfahrens berichteten. Franziska Brantner wiederum erzählte von der unklaren Gesetzeslage auf Bundesebene und den Schwierigkeiten, auf verlässlichem Wege die nationalen Klimaziele zu erreichen. Beim zweiten Stopp ging es um die Demokratie – genauer gesagt Franziska Brantners Erfahrungen mit der AfD in Berlin, bei uns in Ba-Wü und den ostdeutschen Bundesländern, wo sie gerade sehr im Wahlkampf engagiert ist, um rechtsextreme Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zu verhindern. Auf die Frage, was als Wichtigstes jetzt zu tun sei, antwortete sie: „Demokratisch gut regieren und demokratische Bürgergesellschaft und Vereine stärken.“ Sie lobte explizit einmal den engagierten Landtagswahlkampf Anfang des Jahres, als die AfD in Baden-Württemberg zumindest spürbar schlechter abschnitt als in allen Umfragen zuvor. Und zum anderen lokale Initiativen, wo demokratische Gruppen vor Ort und ohne Empörung und Hetze Sinnvolles für alle auf die Beine stellen. Bei uns in Dossenheim könnte man da z. B. den Bürgerbus, Bürger für Bürger und viele andere mehr nennen. Diesem Dank schließen wir uns an!
Einen dritten Punkt brachten Gäste vom BUND auf: Nämlich die Themen Flächenverbrauch und Artenschutz zwischen Dossenheim und Schriesheim, insbesondere im Bereich Augustenbühl. Ein bisher selten thematisierter, aber wichtiger Aspekt dort sind Gartengrundstücke im Bereich des dortigen Vogelschutzgebiets, wo semiprofessionelle Beleuchtungs- und Beschallungsanlagen sich nicht nur immer öfter nachts bis in die gar nicht so nah anliegenden Wohngebiete bemerkbar machen, sondern vor allem geschützte Vögel, Insekten und Kleintiere massiv beeinträchtigen. Auf der anderen Seite ist auch die Verbuschung bzw. Verbrombeerung von ganz aufgegebenen Grundstücken ein Problem für die Artenvielfalt. Hier sind viel Kommunikation und ebenfalls örtliche Initiative gefragt, um die einmalige Bergstraßenlandschaft zu erhalten.

Nach der Spazier-Wanderung, die wegen der vielen Gespräche und des schönen Wetters länger dauerte als zunächst geplant, ließen wir den Abend im frida. ausklingen – manch eine·r war direkt dorthin gestartet. Auch unser Bürgermeister David Faulhaber konnte (aus Termingründen) nur beim zweiten Teil dabei sein, ebenso seine Stellvertreterin Helga Waller-Baus. So konnten wir uns in der sehr schönen Atmosphäre am Rathausplatz dann in erweiterter Runde weiter austauschen – politisch und mehr. Dementsprechend stand dann schnell fest: Das Format „Franziska bei frida.“ hat so viel Potenzial, das machen wir wieder!

